Öffentliche KI-Chats am Arbeitsplatz: Was passiert mit Ihren Unternehmensdaten?
Öffentliche KI-Chats sind zu einer einfachen Möglichkeit geworden, alltägliche Tasks schneller zu erledigen. Mitarbeitende nutzen Tools wie ChatGPT beispielsweise, um Dokumente zusammenzufassen, E-Mails zu verbessern, Texte zu übersetzen, Informationen zu analysieren, mit Code zu arbeiten oder mit Besprechungsnotizen zu arbeiten.
Der Produktivitätsgewinn liegt auf der Hand. Die weniger offensichtliche Frage ist, was mit den Unternehmensdaten dabei passiert.
Laut Daten aus einem Bericht von Accenture aus dem Jahr 2026 belegt die Schweiz tatsächlich den ersten Platz in Europa bei der Integration von KI in den täglichen Arbeitsalltag: 49% der Schweizer Arbeitnehmenden nutzen KI-Tools täglich (im Vergleich zu einem europäischen Durchschnitt von 28%), 88% der Mitarbeitenden haben vollen oder teilweisen Zugang zu KI-Tools, die ihnen direkt vom Unternehmen zur Verfügung gestellt werden, und 72% der Arbeitnehmenden bewerten die Auswirkungen von KI auf ihre Arbeit als weitgehend positiv.
Trotz dieser weitverbreiteten Nutzung zeigen Bürger und Arbeitnehmende jedoch ein sinkendes Vertrauen und wachsende Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes: Das Sicherheitsgefühl der Schweizer Bevölkerung beim Surfen im Internet ist in den letzten drei Jahren von 5,7 auf 5,3 Punkte gesunken. Und die Wahrnehmung der Datensicherheit unterscheidet sich stark zwischen den Kantonen: Im Tessin bewerten 59,6% der Befragten den Schutz als „gut", während dieser Wert in der Deutschschweiz auf 54% und in der Romandie auf lediglich 43,5% sinkt.
Laut Berichten des Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten haben sich die Meldungen von Datenschutzverletzungen aufgrund der Herausforderungen der Datenverarbeitung durch KI mehr als verdoppelt.
Was sind öffentliche KI-Chats?
Öffentliche KI-Chats sind generative KI-Tools, auf die Nutzer direkt über eine öffentliche Schnittstelle zugreifen können, typischerweise über einen Browser oder eine App.
Anders als bei einer KI-Lösung, die speziell innerhalb der kontrollierten Umgebung eines Unternehmens implementiert wurde, können Mitarbeitende diese Tools eigenständig aussuchen und nutzen. Diese Zugänglichkeit macht sie unter anderem so nützlich. Sie schafft aber auch eine neue Herausforderung für den Datenschutz in Unternehmen.
Welche Unternehmensdaten können in einen KI-Chat gelangen?
Nehmen wir als Beispiel eine einfache Anfrage:
„Fasse dieses Dokument zusammen und nenne mir die fünf wichtigsten Punkte."
Der Prompt selbst enthält nichts Sensibles, das angehängte oder reinkopierte Dokument möglicherweise aber schon. Es könnte Kundennamen, E-Mail-Adressen, personenbezogene Daten, Finanzzahlen, Vertragsdetails, interne Projektinformationen oder andere vertrauliche Unternehmensdaten enthalten. Dasselbe gilt für eine E-Mail, die umgeschrieben, Besprechungsnotizen, die zusammengefasst werden sollen oder Quellcode, den es zu analysieren gilt.
In vielen Fällen sind die sensiblen Informationen nicht das, was der Mitarbeitende von der KI verarbeiten lassen möchte. Sie sind einfach Teil des Kontexts, der zur Erledigung der Aufgabe benötigt wird.
Warum reicht eine Unternehmensrichtlinie oder Policy für die Nutzung von KI nicht aus?
Klare Richtlinien und Regeln für die Nutzung öffentlicher KI-Chats oder jeglicher KI-Tools sind wichtig.
Sie sind entscheidend, um dem sogenannten "Shadow AI"-Phänomen entgegenzuwirken, also der unregulierten und oft unbewussten Nutzung kostenloser Tools über private Accounts, was ein Risiko für Unternehmensdaten darstellen kann.
Ein Unternehmen kann so bspw. festlegen, welche Tools Mitarbeitende nutzen dürfen, welche Informationen als sensibel gelten und was niemals in einen externen Dienst eingegeben werden sollte.
Richtlinien hängen jedoch weiterhin davon ab, dass Mitarbeitende diese Regeln bei jeder Nutzung eines KI-Chats korrekt anwenden. Das wird zunehmend schwierig, wenn sensible Informationen in langen Dokumenten, E-Mails, Datensätzen oder anderen unstrukturierten Inhalten verborgen sind. Mitarbeitende anzuweisen, keine sensiblen Daten zu teilen, ist daher eine wichtige organisatorische Massnahme, sollte aber nicht die einzige sein.
Sollten Unternehmen öffentliche KI-Chats blockieren?
Das Blockieren des Zugriffs ist technisch möglich und durchaus eine Art von Risiko verringern. Es nimmt den Mitarbeitenden aber auch Tools, die ihnen helfen, schneller und effizienter zu arbeiten. Es lohnt sich daher, eine andere Frage zu stellen: Können Mitarbeitende öffentliche KI-Chats nutzen, während sensible Unternehmensdaten geschützt bleiben? Wenn ja, wie?
Der ideale Ansatz besteht darin, die Informationen zu schützen, bevor sie den KI-Chat erreichen. Sensible Elemente können erkannt und vor dem Versand des Inhalts durch anonymisierte Werte ersetzt werden. Die KI kann dann mit dem benötigten Kontext arbeiten, ohne die ursprünglichen sensiblen Informationen zu erhalten. Für Mitarbeitende bleibt der einfache, reibungslose Arbeitsablauf erhalten. Am wichtigsten aber: Für das Unternehmen reisen die sensiblen Daten nicht mit dem Prompt mit.
Ein Privacy-Layer für öffentliche KI-Chats: Wie Artificialy das Problem gelöst hat
Wir haben eine Lösung entwickelt, die als Privacy-Layer fungiert: eclipsery schützt sensible Informationen, bevor sie mit öffentlichen KI-Chats geteilt werden. Verfügbar als Browser-Erweiterung und Web-App, anonymisiert die Lösung sensible Informationen automatisch und kann den entstandenen Inhalt bei Bedarf wieder de-anonymisieren. Der Prozess ist so konzipiert, dass er abläuft, ohne die Art und Weise zu verändern, wie Mitarbeitende ohnehin bereits mit KI-Chats arbeiten. Was uns am wichtigsten ist und was wir als Anbieter sicherstellen möchten: eclipsery speichert die sensiblen Informationen, die es schützt, nie.
Die Idee ist einfach: Wir möchten es Unternehmen und ihren Mitarbeitenden ermöglichen, weiterhin die Tools zu nutzen, die ihnen bei der Arbeit helfen, während sensible Daten durchgehend geschützt werden.
Häufig gestellte Fragen zu öffentlichen KI-Chats am Arbeitsplatz
Ist es sicher, Unternehmensdaten in öffentliche KI-Chats einzufügen?
Ob Informationen mit einem öffentlichen KI-Chat geteilt werden können, hängt von der Art der Daten, dem verwendeten Tool, dessen Konfiguration und den eigenen Sicherheits- und Datenschutzanforderungen des Unternehmens ab. Sensible oder vertrauliche Unternehmensinformationen sollten nicht ohne Weiteres als sicher für die Weitergabe an einen externen KI-Dienst angesehen werden.
Welche Art von sensiblen Daten kann in KI-Prompts auftauchen?
Sensible Informationen können personenbezogene Daten, Kundeninformationen, E-Mail-Adressen, Finanzdaten, vertrauliche Projektdetails, Verträge, interne Dokumente, Quellcode und andere Informationen umfassen, die ein Unternehmen nicht extern preisgeben möchte.
Wie können Unternehmen sensible Daten schützen, wenn Mitarbeitende öffentliche KI-Chats nutzen?
Unternehmen können organisatorische Massnahmen, wie klare Nutzungsrichtlinien und Schulungen zum Umgang mit KI für ihre Mitarbeitenden, mit technischen Schutzmassnahmen kombinieren. Ein technischer Ansatz besteht darin, sensible Informationen zu erkennen und zu anonymisieren, bevor der Inhalt den öffentlichen KI-Chat erreicht.
Was ist KI-Datenanonymisierung?
In diesem Zusammenhang bedeutet Datenanonymisierung, sensible Informationen zu ersetzen, bevor Inhalte an ein KI-Tool gesendet werden, wobei genügend Kontext erhalten bleibt, damit die KI die angeforderte Aufgabe ausführen kann.
Öffentliche KI-Chats haben Ihre Daten. Ihre Mitarbeitenden liefern sie.
Der Schutz sensibler Daten sollte nicht bedeuten, dass Mitarbeitende bei jeder KI-Interaktion einen zusätzlichen Schritt ausführen müssen. Deshalb haben wir eclipsery entwickelt.